
"Du riechst heute aber ein "bisschen" nach Knoblauch. Wo warst du denn gestern?" fragt der Kollege. "In Portugal", lautet die Antwort. Und das ohne Billigflug.
Wir werden freundlich von der Wirtsfamilie Hackh empfangen und bekommen - so blauäugig wie wir sind haben wir nicht reserviert - gerade noch einen Tisch. Glück gehabt.
Der kleine Gastraum wirkt trotz der engstehenden Tische und den zahllosen Bildern an der Wand nicht überladen, sondern heimselig, durch ein Fenster erhaschen wir einen Blick in die Küche. Auf dem Tisch verteilen bunte andalusische Hähne Zahnstocher, die Kerzen stecken in schweren Silberleuchten.
Unsere Wahl fällt auf zwei der Tagesempfehlungen: Wildlachs mit wilden Kartoffeln, Gemüse und Pinchos, Fleischbällchen am Spieß mit Zwiebeln, Paprika und wilden Kartoffeln. Als Appetizer werden landestypisch Brot, Oliven und die küstliche, knoblauchlastige Creme gereicht, die am nächsten Morgen für das Aha-Erlebnis sorgt. Auch der Hauptgang überzeugt: Das feste Fleisch des Wildlachses hat ein leichtes Zitronenaroma, die Kartoffeln sind knusprig und angenehm zurückhaltend gewürzt und das Gemüse wurde mit Olivenöl verfeinert, "und zwar einem guten", wie die Begleitung anmerkt. Die Pinchos gleiten leicht von den Stäbchen, ihre mediterrane Würze harmoniert mit den knusprig gegrillten Zwiebeln und Paprika.
Aber was wäre Ferien ohne Nachtisch? Halb so schön - deshalb runden eine knackig-süße Creme Caramelo und die Vorfreude auf den nächsten Kurzurlaub das perfekte Urlaubsdinner ab. Dann aber mit dem meckernden Kollegen.
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